en
ge

TAGESABLAUF KONKORDIA


09 00 bis 10.00  
KONKORDIA wacht auf und frühstückt.
10 00 bis 17 00  
KONKORDIA arbeitet. Die Performer nehmen ihren ersten Befehl entgegen und werden von der Software durch ihren jeweiligen Alltag gesteuert. Dabei besuchen sie das Ärztezentrum, die Schule, das Amt für Statistik, absolvieren eine Therapiesitzung und gehen ihren jeweiligen Berufen als Auftragskünstler, Politiker oder Dienstleister nach.
12 00 bis 17 00  
KONKORDIA stellt aus. Jeden Tag eine Vernissage einer Gruppenausstellung.
17 00 bis 18 00
KONKORDIA isst zu Abend.
18 00 bis 18 45    
KONKORDIA wählt den Präsidenten und singt die Hymne.
19 00 bis 20 45  
KONKORDIA diskutiert mit Experten aus Politik und Wissenschaft.
21 00 bis 22 30    
KONKORDIA besucht Konzerte, Theater und Performances.
23 00 bis 24 00    
KONKORDIA entspannt sich in der Bar.
24 00 bis 09 00  
KONKORDIA schläft und träumt.

 VERANSTALTUNGEN

07.09.
19 00 KINO
he Holy Mountain – Alejandro Jodorowsky
19 00 KONZERT  
Die belgische Künstlerin und Musikerin Veronica Burnuthian musiziert gemeinsam mit Daniel Grünwald und Gästen.
21 15 TANGO
KONKORDIA tanzt TANGO unter Anleitung von Ulrich Avenarius.

08 09    
19 00 DISKUSSION
Selbstoptimierung heute – Reflexion auf das Kapital “Ich” und seine Möglichkeiten. Arbeitsgruppe unter ausgewählten Bürgern KONKORDIAS.
21 00 KONZERT  
Der Schlagzeuger Max Andrzejewski konzertiert SOLO und arbeitet mit Tänzerinnen aus KONKORDIA.
21 00 KINO  
Die Reise der Pinguine – Luc Jacquet

09 09
19 00 DISKUSSION  
„Was (wenn überhaupt etwas) ist falsch am Kapitalismus?“ Drei Wege der Systemkritik (Nicole Gohlke, Bundestagsabgeordnete der Partei “Die Linke”, Thomas Ebermann, Regisseur am Kampnagel Theater Hamburg, Frank 
Engster, Politaktivist der Berliner Gruppe “TOP”, Teil des Bündnisses “Ums 
Ganze”. Moderation: Daniel Loick, Goethe Universität Frankfurt.
21 00 THEATER
Regisseur Jan Koslowski inszeniert „Throw your shoes in, into the Ocean, Ulrike Meinhof”, eine Messe für Ulrike Meinhof. 
Mit Irina Sulaver, Johannes Frick und David Korb.
21 00 KINO   
Dogtooth – Giorgos Lanthimos

10 09    
19 00 DISKUSSION
Romantischer Individualismus vs. (post-)moderne Individualisierung: 
Subversion vs. Unterjochung? (Undine Eberlein, Freie Universität Berlin)
21 00 KINO
Stadtneurotiker (Annie Hall) – Woody Allen
21 00 TANZ  
KONKORDIAS Tänzerinnen zeigen eine eigene Arbeit.

11 09
19 00 DISKUSSION    
Auf Linie mit den Eliten: Die Süddeutsche Zeitung und die Außen- und Sicherheitspolitik (Dr. Uwe Krüger, Universität Leipzig)
21 00 KINO    
Die Konsensfabrik – Noam Chomsky und die Medien. Mark Achbar und Peter 
Wintonick. 


12 09 
19 00 DISKUSSION   
Die Stadt und ihre spezifische Prägung durch kapitalistische 
Urbanisierungsprozesse (Prof. Dr. Bernd Belina, Goethe-Universität Frankfurt, Margarethe Winkes, Architektin)
21 00 KINO    
Dogville – Lars von Trier
21 00 THEATER
KONKORDIAS Schauspieler zeigen eine eigene Arbeit unter der Regie und Choreographie von Ersan Mondtag und Musik von Samuel Penderbayne

13 09
19 00 DISKUSSION     Westliches „Engagement“ in Libyen, Syrien, Mali und das Spannungsverhältnis der Auslegungsansätze (Christoph Marischka, Tübinger Informationsstelle für Militarisierung)
21 00 KONZERT  
KONKORDIAS Komponist Samuel Penderbayne und Ehrengast Moritz Eggert 

zeigen gemeinsam in Begleitung Stücke aus ihren jeweiligen Werken.
21 00 KINO
Saló oder die 120 Tage von Sodom – Pier Paolo Pasolini

14 09
19 00 KONZERT
Die mexikanische Komponistin Diana Syrse zeigt in Begleitung von Instrumentalisten, Schauspielern und Tänzern Stücke aus ihrem Werk.
21 00 KINO
Google Baby – Zippi Brand Frank

15 09    
18 00 FINALE   
Ende der Performance. Vorstellung der Performer.
20 00 PARTY   
Polyester spielt auf der oberen Plattform. Captain Yossarian & Joe Masi und 
viele Andere legen auf bis in die Nacht.

 

Dauerperformance #1 in der Schausstelle der Pinakothek der Moderne: der Staat KONKORDIA

KONKORDIA Dauerperformance Kapitael zwei Kolektif

In dem Zeitraum vom 7.9. bis zum 15.9.2013 werden 60 Personen die Schaustelle der Pinakothek der Moderne Münchens beziehen, um sich dem totalen System KONKORDIA auszusetzen, einem Staat im Staate, der jedem Teilnehmenden ein komplexes Regelwerk aufzwingt. Es geht bei der Aktion nicht um die Darstellung eines totalitären Regimes vorangegangener Jahrhunderte, geschweige denn um die Gestaltung einer fiktiven Welt. Vielmehr geht es darum, in einer Art Hyperaffirmation des Bestehenden – unter verstärkter, zuspitzender Fokussierung auf bestimmte Dinge – genau das zu leben und darzustellen, worin wir tagtäglich eingebettet sind.

Deswegen haben die Performer die Funktionen von Ärzten, Psychologen, Informatikern, Künstlern, Geisteswissenschaftlern, Journalisten, aber auch die von Polizisten, Gefängniswärtern, Politikern und Verfassungsschuützern. Die Performance ist ein Spiel, jeder spielt eine bestimmte Rolle, die sich aber durch ein internes Wahlsystem immer wieder ändern kann.

In KONKORDIA wird die Realität ubersteigert: Die Performer bewegen sich ausschließlich auf Anweisung eines Computerprogramms und gemäß auf dem Boden angebrachter Linien. Jeder absolviert täglich eine Reihe von konditionierenden Maßnahmen: die ärztliche Untersuchung mit anschließendem Fitnessstudio, die Psychotherapie, das Amt fur Statistik,wo er sich vollends vom System erfassen lässt, die Schule, den Job alsDienstleister und Auftragskünstler.

Die für die aktuelle Gesellschaft typische und notwendige Freizeit wird ebenso zu durchwandern sein. Bezahlt wird mit der Währung KONKORIAS, anhand eines digitalen Bezahlsystems. Die Performer produzieren und konsumieren diese “Freizeit-Kunst” – Konzerte, Tanzstunden, Performances, Theater – zusammen mit hinzukommenden Gästen.

In dem Zeitraum 09.-14.09. werden außerdem abendliche Diskussionsforen veranstaltet, deren Themen sich konkret um die Probleme und Missstände drehen, die charakteristisch für KONKORDIA, aber auch für die ‘wirkliche’ Welt sind.

Die Zuschauer können jede der beschriebenen Installationen miterleben, vor Ort, oder online Es wird auch einumfangreiches System von Kameras installiert, das sowohl der Überwachung, als auch der medialen Berichterstattung dient. In dem klar abgesteckten Kosmos KONKORDIAS geschieht eine ununterbrochene Medialmachung der Geschehnisse.

Der Zuschauer wird auch erfasst und in Profilen vermerkt: Bei seiner Ein- und Ausreise registrieren die mit dieser Aufgabe betrauten Performer Namen und Nationalität des

Besuchers und geben einer Einreise unter Umständen nicht statt. Bewegt sich der Zuschauer innerhalb der Performance nicht gemäß seiner ihm zugedachten Sphäre, so ist es demSicherheitsapparat KONKORDIAS gestattet, den Zuschauer zurechtzuweisen, ihn abzuschieben, oder zu verhaften. Der Zuschauer kann aber auch mitmachen: nimmt er einen Kredit in Form des elektronischen Bezahlsystems KONKORDIAS auf, so steht ihm die Teilnahme offen.

Um der dieser Darstellung der scheinbar auswegslosen Situation der Gegenwart eine Utopie entgegenzuhalten, werden wir in dem Spiel die Möglichkeit eines Aufstandes anlegen. Durch die Verschwörung terroristischer Kräfte können die Machtstrukturen innerhalb der Performance aufgebrochen und ein neues System installiert werden. Das bedeutet konkret, dass einige der Performer, ohne das Wissen der Übrigen, von Anfang an mit der Rolle des Terroristen, ausgestattet werden. Diese müssen während der Performance gemeinsam versuchen, das System zu irritieren, bestenfalls zu stürzen und ein neues System zu begründen. Es gehört zur Versuchsanordnung, dass wir das genaue Szenario der neuen Ordnung nicht kennen.

Der Kooperationspartner des Projekts ist die Pinakothek der Moderne.

Für weitere Infos siehe:
schaustelle-pdm.de
startnext.de/dauerperformance

25.07.2013 - 26.07.2013

PARTY # 3 – RECEP TAYYIP ERDOGAN

Recep Tayyip Erdogan Kapitael Zwei Kolektif

Das KAPITÆL ZWEI KOLEKTIF ist eine Münchner Künstlergruppe, die seit 2012 im Stadtraum tätig ist. Sie bemüht sich, in Bereichen gesellschaftskritisch aktiv zu werden, die normalerweise dem Konsum und der genormten Bespaßung vorbehalten sind. Kunst soll in unwahrscheinlichen Momenten entstehen und nicht eingeklemmt werden durch Konvention. Zum Beispiel auf Parties: Ein Rauschraum, der ekstatische Energien freisetzt und Einzelne vereint, ist ein Gesamtkunstwerk.

Um dieses zu schaffen, organisiert das KAPITÆL ZWEI KOLEKTIF eine Partyreihe in immer verschiedenen Münchner Locations. Für diese Ereignisse entwickelt die Gruppe Abläufe, die die Gäste zur Teilnahme auffordern und die dem Kollektiv als eine Art Werkstatt dienen. Hier wird mit Visionen experimentiert, von denen viele in anderen Bereichen der Kollektivarbeit Verwendung finden: Die aufgestellten Regeln inerhalb nächsten und bisher umfangreichsten Aktion des KAPITÆL ZWEI KOLEKTIF, der Dauerperformance #1 in der Schaustelle der Pinakothek der Moderne, werden wesentlich auf den Parties ausgetestet. Was passiert, wenn ein Mensch sich über einen langen Zeitraum ausschließlich auf Befehl einer Software und auf Linien bewegt? Erste Eindrücke gewinnt das Kollektiv auf den Parties.

Für jedes einzelne Rauschexperiment wird ein zentrales Thema festgelegt, personifiziert durch einen Star. Nach Heiner Müller und Jonathan Meese rückt nun am 25. Juli im Strøm ein Mensch ins Zentrum, der in den letzten Wochen dafür bekannt wurde, dass mit ihm nicht zu feiern ist: Recep Tayyip Erdogan. Mit der Party wird der Versuch unternommen, einer merkwürdigen Gleichzeitigkeit nachzugehen: Während die deutschen Straßen verödet sind, der deutsche Arbeitsalltag reibungslos funktioniert (mitsamt der Möglichkeiten, sich ihm durch herbeigezwungenen Rausch zu entziehen), entsteht eine Protestbewegung, die inzwischen weite Teile der Welt erfasst und genormte Lebensweisen irritiert.

Für diesen Versuch vereinen sich die Arbeiten von Informatikern, Tänzern, Schauspielern und von live aus Istanbul übertragenen Videoinstallateuren.

Es zeichnet sich eine internationale Empörung über die brutale Vorgehensweise der türkischen Sicherheitskräfte gegen die türkische Gezi Parki-Bewegung ab. Vor allem die türkische Community in europäischen Städten ist elektrisiert; man will unterstützen, zeigen, dass alle Augen auf die Geschehnisse in den türkischen Städten gerichtet sind, auch von weither.

Und trotz verschiedener ideologischer Ansätze und verschiedener [...]